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Eine entspannte Minikreuzfahrt nach Helsinki: fünf Tage Ostsee, Sauna und Stadt

Eine entspannte Minikreuzfahrt nach Helsinki: fünf Tage Ostsee, Sauna und Stadt

Mit der Finnlines-Fähre von Lübeck-Travemünde quer über die Ostsee in die finnische Hauptstadt, inklusive Schärendurchfahrt, Suomenlinna und Felsenkirche.

Mit der Finnlines-Fähre von Lübeck-Travemünde quer über die Ostsee in die finnische Hauptstadt, inklusive Schärendurchfahrt, Suomenlinna und Felsenkirche.

Diese Reise führt euch von Lübeck-Travemünde aus mit der Finnlines-Fähre einmal quer über die Ostsee in die finnische Hauptstadt. Insgesamt habt ihr fünf bis sechs Tage vor euch: drei Übernachtungen an Bord, bis zu zwei volle Tage in Helsinki, zwei mal 30 Stunden über die Ostsee. Klingt nach viel Reisezeit, ist es auch, und genau das ist der Clou. Vollpension, Sauna, Whirlpool und Fitnessraum sind in der Minikreuzfahrt Helsinki inklusive. Ihr müsst weder fliegen noch hetzen. Was an Bord auf euch wartet, wann ihr morgens unbedingt aufs Außendeck müsst und welche Stopps in Helsinki sich wirklich lohnen, lest ihr hier.

Luftbild der Finnlines-Fähre beim Einlaufen in Travemünde, links der Strand mit Strandkörben und das Maritim-Hochhaus

Los geht's am Skandinavienkai in Travemünde

Die Reise startet am Skandinavienkai in Travemünde, dem größten Ostseefährhafen Deutschlands. Der Check-in öffnet schon um 20:30 Uhr, zu früh solltet ihr aber gar nicht da sein, denn an Bord geht es erst gegen 23 Uhr, ehe das Schiff um 2 Uhr nachts Richtung Helsinki ablegt. Vom Hafenhaus werden wir mit dem Shuttle zur Fähre gebracht und stehen kurz darauf an der Reling. Vor uns ziehen die vertrauten Lichter Travemündes vorbei: der alte Leuchtturm, die Passat im Passathafen, das letzte Warmgelb der Strandpromenade. Zum Hafen kommt ihr am besten mit dem Bus vom Lübecker ZOB oder ab Travemünde, steigt an der Haltestelle Skandinavienkai Terminal aus, die liegt direkt vor dem Hafenhaus. Nicht verwechseln mit dem Bahnhof Skandinavienkai, von dort wäre es ein langer Fußweg.

Skandinavienkai Travemünde | Zum Hafenplatz 1, 23570 Travemünde | Abfahrt nach Helsinki ca. 02:00 Uhr nachts (Check-in ab 20:30 Uhr, an Bord ab ca. 23:00 Uhr) | Parken 9 € pro Tag

30 Stunden Ostsee, Sauna und Sonnenuntergänge: das Schiff als halber Urlaub

30 Stunden pro Richtung klingen erst einmal nach viel Reisezeit. Aber genau das ist der Clou: Die Fahrt ist nicht nur Transport, sie ist schon der halbe Urlaub. Auf der Strecke fahren die drei großen Star-Klasse-Fähren von Finnlines (Finnlady, Finnmaid und Finnstar) im täglichen Wechsel. An Bord findet ihr alles, was man sich für eine entspannte Minikreuzfahrt wünscht: ein Panoramarestaurant, ein Café mit Zimtschnecken, eine Bar mit Meerblick, einen Bordshop und, ganz finnisch, eine echte Sauna mit Whirlpool. Sauna und Whirlpool sind jeweils nach Geschlechtern getrennt, alles inklusive im Preis.

Tagsüber stromert ihr über die Decks, macht Sport im Fitnessraum mit Meerblick oder legt euch in eine der Sitzgruppen mit Aussicht. Abends wird im Restaurant Mare Balticum am Buffet aufgetafelt: frischer Lachs, Rentierwurst, finnisches Roggenbrot, deutsche Klassiker, Salate, Desserts. Morgens gibt es Brunch, mittags Suppen und kleine Speisen, und wenn die Sonne in die Ostsee sinkt, steht halb Bord mit der Kamera draußen. Bei einer Minikreuzfahrt ist die Vollpension im Preis enthalten, inklusive ausgewählter Getränke zu den Mahlzeiten. Wer es ruhig mag, holt sich einen Filterkaffee und ein Buch und versinkt einen ganzen Tag in der Vista Lounge.

Magische Ankunft: morgens durch die Schären nach Helsinki

Hier kommt unser Tipp Nummer eins für die ganze Reise: Wecker stellen. Am Morgen des dritten Tages fährt das Schiff in den Helsinki-Archipel ein, einen der schönsten Schärengärten Europas. Helsinki liegt auf rund 315 Inseln, und was sich draußen abspielt, sieht aus wie ein Bilderbuch: bewaldete Granitfelsen, kleine rote Holzhäuschen auf winzigen Inseln, Leuchttürme, Bootsstege, spiegelglattes Wasser. Am Horizont tauchen langsam die Türme der Uspenski-Kathedrale und die grüne Kuppel des Helsinki-Doms auf. Diese halbe Stunde Schärendurchfahrt im Morgenlicht ist allein schon den ganzen Trip wert.

Vom Hafen Vuosaari ins Stadtzentrum

Wichtig zu wissen: Finnlines fährt nicht ins Stadtzentrum, sondern zum Hansa Terminal in Vuosaari, rund 20 Kilometer östlich von Helsinki. Klingt im ersten Moment umständlich, ist aber halb so wild. Direkt vor dem Terminal hält der Bus 90A, der euch in knapp 45 Minuten zum Helsinki Hauptbahnhof bringt. Das normale HSL-Stadtticket reicht (3,30 € für 90 Minuten), kaufen könnt ihr es per HSL-App oder am Automaten im Terminal.

Hansa Terminal Vuosaari | Provianttikatu 5, 00980 Helsinki | ca. 20 km vom Stadtzentrum | Bus 90A direkt zum Hauptbahnhof | HSL AB-Ticket 3,30 €

Erster Stopp: Suomenlinna mit der HSL-Fähre

In der Stadt angekommen, geht es als Erstes raus aufs Wasser. Vom Marktplatz (Kauppatori) legen die öffentlichen HSL-Fähren in Richtung Suomenlinna ab, der Inselfestung vor Helsinki. 15 Minuten Überfahrt, das normale HSL-Stadtticket gilt (also kein zusätzliches Boots-Ticket nötig), und schon steigt ihr auf eines der beeindruckendsten UNESCO-Welterbe-Ensembles Europas. Suomenlinna wurde 1748 unter schwedischer Herrschaft auf sechs miteinander verbundenen Inseln angelegt, war später russisch und seit 1918 finnisch. UNESCO-Welterbe ist die Festung seit 1991.

Am besten lauft ihr die ausgeschilderte Blue Route, einen 1,5 Kilometer langen Rundweg, der euch durchs gesamte Areal führt, vorbei am berühmten Kuninkaanportti (Königstor), an der Suomenlinna-Kirche, am Trockendock und an den Bastionen von Kustaanmiekka mit ihren alten Kanonen. Plant zwei bis vier Stunden ein, gerne mehr. In den Sommermonaten gibt es kleine Cafés, Galerien und Picknickplätze auf den Inseln.

Suomenlinna (UNESCO-Welterbe) | HSL-Linienfähre ab Marktplatz Kauppatori | 15 Min. Überfahrt | HSL AB-Ticket 3,30 € | Eintritt Insel kostenlos

Kleine Hafenfähre auf dem Wasser vor der Uferzeile von Helsinki mit hellen Altbaufassaden

Nächster Halt: Oodi, Markthalle und Botanischer Garten

Zurück in der Stadt steht unser zweites Highlight: die Zentralbibliothek Oodi. Klingt unspektakulär, ist aber Helsinkis modernes Wohnzimmer und definitiv keine klassische Bücherei. Außen ein geschwungener Holzwal aus finnischer Fichte, innen Werkstätten mit 3D-Druckern, Nähmaschinen und Tonstudios, Lesebereiche, Cafés. Ganz oben der berühmte „Bücherhimmel" mit Blick aufs Parlament. 2018 eröffnet, 2019 zur „Public Library of the Year" gekürt. Eintritt kostenlos.

Oodi Helsinki Central Library | Töölönlahdenkatu 4, 00100 Helsinki | Mo–Fr 8–21 Uhr, Sa–So 10–20 Uhr | kostenlos

Zum Mittag geht es in die Alte Markthalle (Vanha Kauppahalli) direkt am Marktplatz. Die Halle ist seit 1889 Helsinkis kulinarische Schatzkammer: Lachssuppe, geräucherter Fisch, Rentier, Lakritz, finnische Beeren, Käse, Zimtschnecken. Wir setzen uns mit einer Schale Lohikeitto (Lachssuppe) an einen der kleinen Tische. Wer danach noch fünf Minuten Zeit hat, läuft zum Kaisaniemi Botanischen Garten direkt am Hauptbahnhof. Außenbereich kostenlos, Gewächshäuser 9 € Eintritt, ein stiller Kontrapunkt zur Stadt drumherum.

Vanha Kauppahalli (Old Market Hall) | Eteläranta 18, 00130 Helsinki | Mo–Sa 10–18 Uhr, So 10–17 Uhr

Großes weißes Helsinki-Schild in Form einer Sprechblase auf einer Rasenfläche im Park
Backsteinfassade der alten Markthalle von Helsinki mit Rundbogenfenstern, davor gehen zwei Passanten vorbei

Drei Kirchen, einmal quer durch Helsinki

Helsinki hat ein paar Kirchen, um die ihr nicht herumkommt, auch wenn ihr sonst keine Kirchen-Menschen seid. Der klassizistische Helsinki-Dom am Senatsplatz (1830–1852, Architekt Carl Ludwig Engel) ist das Postkartenmotiv der Stadt, mit der berühmten 60 Meter breiten Freitreppe. Wenige Minuten weiter steht die orthodoxe Uspenski-Kathedrale auf der Halbinsel Katajanokka: rote Backsteine, goldene Zwiebeltürme, die größte orthodoxe Kirche Westeuropas. Und dann ist da noch unser persönliches Highlight: die Felsenkirche Temppeliaukio, 1969 direkt aus dem Granit herausgesprengt, mit weltberühmter Akustik und rohen Felswänden statt klassischer Kirchenwände. Wer nur Zeit für eine Kirche hat: macht es zur Felsenkirche.

Felsenkirche Temppeliaukio | Lutherinkatu 3, 00100 Helsinki | Mo/Do/Fr 10–20 Uhr, Mi 10–18:30, Sa 10–18, So 12–13:45 + 15:30–18 | Tagesticket vor Ort

Design District und ein Cappuccino bei Esplanad

Am Nachmittag schlendert ihr durch den Helsinki Design District, einen wunderbaren Stadtteil-Mix aus mehr als 25 Straßen mit knapp 200 Designshops, Studios und Galerien. Marimekko, Iittala, Artek, junge finnische Labels, alles auf Augenhöhe. Auf dem Weg in die Innenstadt kommt ihr automatisch am eleganten Esplanadi-Boulevard vorbei. Pflichtstopp: das traditionsreiche Café Esplanad für eine Korvapuusti (finnische Zimtschnecke) und einen Cappuccino. Die Finnen gehören zu den weltweit größten Kaffeetrinker*innen, und in keinem Café merkt man das so deutlich wie hier.

Wer noch Zeit hat, sollte unbedingt einen Abstecher zum Allas Sea Pool direkt am Marktplatz machen, öffentliche Saunen und Meerwasser-Pools mitten im Hafen. Finnischer geht's kaum. Für noch mehr Tipps zu Museen, Stadtvierteln und Tagesausflügen lohnt sich ein Blick auf die offiziellen Helsinki Reisetipps von Finnlines.

Letzter Stopp am Wasser: Café Regatta

Unser absoluter Lieblingsspot zum Ausklingen liegt etwas außerhalb des Zentrums, im Stadtteil Töölö, direkt am Wasser, gleich neben dem Sibelius-Park: das winzige, knallrote Holzhaus vom Café Regatta. Von außen sieht es aus wie eine alte Bootshütte, innen passen gefühlt zehn Leute rein, und genau das macht den Charme aus. Im Hof brennt fast immer ein offenes Lagerfeuer, an dem ihr euch im Sommer wie im Winter die Hände wärmen könnt. Auf der kleinen Mauer am Ufer sitzen Menschen mit Kaffee und Zimtschnecke und schauen auf die Bucht.

Bestellt unbedingt eine Korvapuusti (die finnische Zimtschnecke, hier eine der besten der Stadt) und einen Filterkaffee, das Free-Refill auf Kaffee ist finnische Café-Tradition und gilt hier auch. Bei gutem Wetter setzt ihr euch auf einen der Felsen direkt am Wasser, bei Regen kuschelt ihr euch zwischen Decken und alte Holzbänke ins Häuschen. Bis Café Regatta sind es vom Zentrum etwa 15 Minuten mit dem Bus (Linie 24) oder 25 Minuten zu Fuß entlang des Töölönlahti. Wer den Spaziergang macht, kommt automatisch am beeindruckenden Sibelius-Monument vorbei, 600 Stahlrohre, ein Denkmal an den finnischen Komponisten Jean Sibelius, das aussieht wie eine gefrorene Orgel.

Café Regatta | Merikannontie 8, 00260 Helsinki | täglich ca. 8–21 Uhr | berühmt für Zimtschnecken, Lagerfeuer und Kaffee mit Free-Refill | Bezahlung nur Karte

Rot gestrichenes Holzhaus des Café Regatta mit Gästen am Eingang und großen Blumenkübeln davor

Zurück aufs Schiff, ein letztes Mal Ostsee

Nach zwei Tagen Helsinki geht es zurück zum Hansa Terminal und damit zurück auf die Fähre. Ein letztes Mal aufs Außendeck, die finnische Küste wird kleiner, die Sonne versinkt hinter einer Insel. Ein letztes Mal Sauna, ein letztes Mal Panorama-Buffet. Am nächsten Abend gegen 21 Uhr legt ihr wieder in Travemünde an, direkt vor der Haustür.

Die Minikreuzfahrt Helsinki startet bei Finnlines 2026 ab 389 € pro Person in der Innenkabine und ab 429 € pro Person in der Außenkabine. Im Preis enthalten sind drei Übernachtungen an Bord, Vollpension (3× Frühstück, 2× Mittagessen, 3× Abendbuffet), Getränke zu den Mahlzeiten und freie Nutzung von Sauna, Whirlpool und Fitnessbereich. Optional könnt ihr auch wie wir bis zu zwei Nächte in Helsinki bleiben, die Übernachtung an Land ist dann allerdings nicht inklusive und muss selbst organisiert werden.

Minikreuzfahrt Travemünde–Helsinki (Finnlines) | ab Skandinavienkai Travemünde | ab 389 € p.P. (Innenkabine), ab 429 € p.P. (Außenkabine) | 3 Übernachtungen an Bord, Vollpension, Sauna & Whirlpool inkl.

Bereit für eure Mini-Kreuzfahrt nach Finnland?

Buchung, Termine und alle Preise für die Minikreuzfahrt Travemünde–Helsinki findet ihr direkt bei Finnlines.

Herbstangebot: Helsinki ab 199 €

Wer bis zum 12. Oktober 2026 bucht, fährt zwischen dem 15. Oktober und dem 15. Dezember 2026 deutlich günstiger. Die kleine Minikreuzfahrt mit rund drei Stunden Landgang in Helsinki gibt es ab 199 € pro Person mit Frühstück, mit Vollpension ab 279 €. Die große Minikreuzfahrt mit drei Nächten an Bord und ein bis zwei Nächten in Helsinki, so wie wir sie gemacht haben, kostet ab 229 € pro Person mit Frühstück, mit Vollpension ab 309 €. Die Preise gelten pro Person bei zwei Personen in der Innenkabine, die Plätze sind begrenzt.

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