Tag der Schiene in Lübeck: 175 Jahre Eisenbahn, Dampflok und freie Fahrt über die Hafenbahn
Am 19. September öffnet die Güterwagenwerkstatt an der Einsiedelstraße: Dampflok Karoline, Führerstandsmitfahrten, kostenlose Pendelzüge über die Hafenbahn und Sonderfahrten nach Büchen, zum Konstinkai und nach Hamburg-Altona.
Am Samstag, 19. September, öffnet die Güterwagenwerkstatt an der Einsiedelstraße ihre Tore: Lübeck feiert 175 Jahre Eisenbahn. Eine Dampflok unter Dampf, Führerstandsmitfahrten, der rote Schienenbus und stündlich kostenlose Pendelzüge über Gleise, auf denen sonst nur Güterwagen rollen. Der Eintritt kostet nichts.
Seit 1851 auf Schienen
1851 bekam die Hansestadt ihren Anschluss ans Eisenbahnnetz. Die erste Strecke führte von Lübeck nach Büchen und verband die Stadt damit mit dem übrigen Europa. Genau diese Strecke wird am Jubiläumswochenende wieder befahren.
Der Dampfbetrieb endete hier 1963, im selben Jahr, in dem die Vogelfluglinie eröffnet wurde. Zum Jubiläum kehrt er für einen Tag zurück: mit Dampf, Rauch und Waggons, die teils noch offene Plattformen an den Wagenenden haben, wie sie vor der Zeit der geschlossenen Großraumwagen üblich waren.

Die Fahrzeuge auf dem Gelände
Die Güterwagenwerkstatt der Nordic Rail Service öffnet ihre Hallen, in denen sonst Güterwagen auf Hebeböcken stehen und Radsätze gewechselt werden. Zu sehen sind unter anderem:

Für Kinder
Auf dem Gelände stehen eine Hüpfburg und eine LEGO-Eisenbahn. Das eigentliche Highlight dürfte aber die Mitfahrt im Führerstand einer Rangierlok sein: Man sitzt neben dem Lokführer und sieht die Strecke aus seiner Perspektive.


Mit dem Zug über die Hafenbahn
Der eigentliche Reiz liegt auf den Gleisen zwischen Hauptbahnhof und Festgelände. Die Hafenbahn ist ein Güterbahnnetz, das den Lübecker Hafen erschließt und auf dem normalerweise keine Reisezüge verkehren. An diesem Tag fahren dort stündlich Pendelzüge, kostenlos, mit Dampf- oder Diesellok vor historischen Wagen.
Kostenlos mitfahren
Ab Festgelände · 10:15 bis 16:15 Uhr, jede volle Stunde
Rundfahrt von etwa einer Stunde über den Güterbahnhof Moisling, den Hafenbahnhof Vorwerk und den Hauptbahnhof
Ab Hauptbahnhof · 9:50 bis 16:50 Uhr, jede volle Stunde
Voraussichtlich von Gleis 1, rund 30 Minuten bis zum Festgelände
Bespannung · Dampf- oder Diesellok
Historische Waggons, teils mit offenen Plattformen an den Wagenenden
Tipp: Mit dem Pendelzug vom Hauptbahnhof anreisen. Die Fahrt kostet nichts und ist schon Teil des Programms.
Die Sonderfahrten am Wochenende
Zusätzlich zu den kostenlosen Pendelzügen fahren am Samstag und Sonntag Sonderzüge mit einer Diesellok der Baureihe 218 und historischen Wagen, für Verpflegung an Bord ist gesorgt. Am Sonntagmorgen zieht eine dänische Lok der Baureihe NOHAB.
Diese Fahrten kosten Eintritt. Bezahlt wird passend zum historischen Zug ausschließlich bar im Zug, Reservierungen sind nicht möglich.

Zwei Hinweise dazu. Wer von auswärts kommt, kann morgens in Büchen zusteigen, den Tag auf dem Festgelände verbringen und nachmittags mit der zweiten Fahrt zurück. Und die Fahrt nach Hamburg-Altona ist eine der letzten Gelegenheiten, den alten Kopfbahnhof mit einem Sonderzug zu erleben, bevor der neue Bahnhof Hamburg-Diebsteich ihn ersetzt.
So kommst du hin
Sonderbusse · 10 bis 17 Uhr im Halbstundentakt
Ab Stephensonstraße, UKSH und Kaufhof, historische und moderne Busse, kostenlos. Gleichzeitig ein Vorgeschmack auf die neue Tangentiallinie 44, die künftig quer durch die Stadt fahren soll.
Pendelzug · stündlich ab Hauptbahnhof, Gleis 1
Auto und Rad · Parkplätze direkt am Gelände
Essen und Trinken gibt es vor Ort.

Gut zu wissen
Veranstaltet wird der Tag der Schiene von der Nordic Rail Service, der Lübecker Hafen-Gesellschaft und der Lübeck Port Authority.
Von Timm