Asche
Termin
Dienstag, 20.10.2026, 20:00 Uhr
Ort
Thalia Gaußstraße, Gaußstraße 190, 22765 Hamburg
Beschreibung
»Für mich liegt der Hauptreiz des Theaters darin, subjektive Wahrheiten vergrößern zu können. Dass eben diese Wahrheiten die Hauptrolle spielen und nicht die rationale Gleichwertigkeit. Theater machen ist wie Träume teilen.« (Jette Steckel) In der Gaußstraße hat Jette Steckel – noch bevor sie dort zuletzt 2011 Der Fremde von Camus inszenierte, der 70 Mal gespielt wurde – 2009 eine Adaption von Ilija Trojanows Roman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall auf die Bühne gebracht. Ein altes Plakat mit diesem Titel hängt dort noch immer in einem Gang. Jetzt kehrt Hausregisseurin Jette Steckel, die in den letzten Jahren am Thalia immer für die große Bühne inszeniert hat, noch einmal in die Gaußstraße zurück. Im Gepäck zum ersten Mal ein Stück von Elfriede Jelinek, deren Texte in unterschiedlichsten Regiehandschriften immer wieder den Weg auf die verschiedenen Bühnen des Thalia gefunden haben. Jelineks jüngstes Werk Asche ist ein zutiefst persönlicher Text über den Verlust des geliebten Weggefährten, über Trauer und Untröstlichkeit, über das Empfinden, der Welt abhanden zu kommen, wenn der eine Mensch nicht mehr da ist, »verzogen ins Nichts«. Und was passiert, wenn uns obendrein die Welt, unser Planet abhandenkommt? Das hatte doch einmal so schön angefangen mit der Schöpfung. Die Schönheit der Natur! Und plötzlich ist sie so grausam. »Was waren wir doch für böse Gäste! Nimmer hielten wir Ruh, nimmer hielten wir Rast!« Die Erde bröckelt schon und an den Rändern ist der Saum runtergetreten. Eine Parallelerde, auf die man hinüberhüpfen könnte, ist nicht in Sicht. Elfriede Jelineks Schreiben ist, wie sie selbst sagt, ein leidenschaftlicher Akt, eine Art Rage. »Ich sehe, die Regie reicht mir einen Zettel herein: Alles Asche. Das hab ich schon vorausgesehen. Ich mache weiter, sogar in der Wüste würde ich noch weitermachen, im Meer auch, aber nicht lang, bei meinen Schwimmkünsten.« Gratulation: Ensemblemitglied Barbara Nüsse erhielt im Rahmen der 51. Mülheimer Theatertage den Gordana-Kasanović-SchauspielerInnenpreis. In Kooperation mit dem Zirkus Zartinka, einem Zirkusprojekt des Z*ART e.V.
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